Wer Yucatan bereist, will meistens auch Las Coloradas besuchen. Die pinken Lagunen im Norden der Halbinsel sind das meistfotografierte Motiv der Region. Trotzdem stehen in vielen Reiseführern längst überholte Preise. Dazu hält sich ein Irrtum besonders hartnäckig, denn Baden ist dort verboten. Hier findest du deshalb die aktuellen Zahlen, den echten Grund für die Farbe und die beste Uhrzeit.
Das Gelände ist ein aktives Salzwerk und komplett eingezäunt. Auf eigene Faust an die Becken zu laufen, geht deshalb nicht. Der Zugang läuft daher ausschließlich über den Besucherpark, täglich von 8 bis 17 Uhr. Dort stehen drei Touren zur Wahl, jeweils mit Guide.
Der Rundgang zu Fuß dauert 45 Minuten und kostet rund 300 Pesos. Eine Fahrradtour über 30 Minuten liegt bei etwa 320 Pesos, die längere Variante über eine Stunde bei rund 390 Pesos. Am teuersten ist schließlich die Safari im offenen Geländewagen: 90 Minuten für ungefähr 890 Pesos. Dazu kommt die Gebühr für das Biosphärenreservat, nämlich rund 125 Pesos pro Person und Tag. Nimm außerdem Bargeld in Pesos mit, denn Kartenzahlung ist vor Ort nicht überall möglich. Alle Preise gelten für 2026 und ändern sich erfahrungsgemäß jedes Jahr.

Die Farbe entsteht dabei aus drei Zutaten. Erstens verdunstet in den flachen Becken so viel Wasser, dass der Salzgehalt weit über dem des Meeres liegt. Zweitens überleben in dieser Lauge nur wenige Mikroorganismen, und die produzieren rötliche Farbstoffe. Drittens verstärkt die intensive Sonne den Effekt. Je heißer und salziger es wird, desto kräftiger fällt das Pink aus.
Hier lohnt sich ein Blick auf einen verbreiteten Irrtum: Nicht die Flamingos färben das Wasser. Es läuft genau andersherum. Die Vögel fressen nämlich Kleinkrebse und Algen, die dieselben Farbstoffe enthalten, und werden dadurch selbst rosa. Zudem ist das Ganze kein Naturschauspiel im luftleeren Raum, sondern Industrie. Die Industria Salinera de Yucatan gewinnt hier rund 750.000 Tonnen Salz im Jahr und stellt daraus über 50 verschiedene Produkte her. Über ein eigenes Verladeterminal gehen Schiffe mit bis zu 6.000 Tonnen Ladung auf See.
Baden ist aus mehreren Gründen untersagt. Das Wasser ist heiß, die Salzkristalle am Boden sind scharfkantig, und der extreme Salzgehalt reizt Haut und Augen. Fotos von badenden Menschen kursieren zwar weiterhin im Netz, sie stammen aber aus der Zeit vor den heutigen Regeln. Wer Las Coloradas besuchen will, plant also besser kein Bad ein.
Die Lagunen liegen mitten in der Reserva de la Biosfera Ria Lagartos. Das Schutzgebiet umfasst 60.348 Hektar, die Lagune selbst zieht sich über rund 80 Kilometer an der Küste entlang. Geschützt ist die Zone seit dem 26. Juni 1979. Am 4. November 1986 kam eine Auszeichnung dazu, die kaum jemand kennt: Ria Lagartos wurde als erstes Feuchtgebiet Mexikos überhaupt in die Ramsar-Liste aufgenommen.
Insgesamt brüten über 250 Wasservogelarten in der Reserve. Am bekanntesten ist natürlich der Karibische Flamingo. Seine Zahl schwankt stark im Jahresverlauf, nämlich von rund 4.500 Tieren im Januar auf bis zu 26.000 im Juni. Wie groß die Kolonie inzwischen ist, zeigt eine Zählung per Drohne: Im Mai 2025 registrierte die Naturschutzbehörde in der Zone Angostura 14.757 Flamingo-Nester. Vierzig Prozent der Küken waren zu diesem Zeitpunkt bereits geschlüpft. Seit dem Start des Schutzprogramms 1999 sind dort über 154.000 Jungtiere aufgewachsen. Diese Kolonie ist übrigens der Grund, warum viele Reisende Las Coloradas besuchen und Rio Lagartos gleich mit einplanen.

Bei der Uhrzeit gibt es einen Zielkonflikt, den kaum ein Reiseführer erwähnt. Das Pink zeigt sich am kräftigsten zwischen März und August, und zwar rund um die Mittagszeit bei hochstehender Sonne. Die Tiere dagegen sind früh am Morgen am aktivsten. Beides zusammen geht an einem Tag nur, wenn die Bootstour vormittags startet und die Lagunen danach folgen.
Für Flamingos lohnt sich besonders der späte Frühling. Im Mai und Juni ist die Kolonie am größten, im Januar dagegen deutlich kleiner. Wer also Las Coloradas besuchen und gleichzeitig viele Vögel sehen will, plant den Ausflug am besten zwischen Mai und August.

Der eigentliche Knackpunkt sind allerdings die Entfernungen. Von Cancun sind es rund 250 Kilometer, von Valladolid etwa 100 und von Merida ungefähr 200. Ab Playa del Carmen dauert eine Richtung gut vier Stunden. Wer selbst fährt, sitzt an diesem Tag also rund acht Stunden im Auto — auf Landstraßen, die nach Einbruch der Dunkelheit unübersichtlich werden.
Unser Ausflug nach Rio Lagartos und Las Coloradas nimmt dir genau das ab. Der Tag startet mit Abholung am Hotel und dauert rund zwölf Stunden. Ein deutschsprachiger Guide begleitet die Gruppe, und die bleibt mit maximal zwölf Personen klein. Enthalten sind zudem die Bootstour durch die Mangroven, der Besuch der pinken Lagunen und ein Mittagessen direkt am Wasser. Nach einem langen Tag in der Sonne ist es zudem angenehm, sich zurückfahren zu lassen.
Der Rundgang zu Fuß liegt bei rund 300 Pesos, die Fahrradtour bei 320 bis 390 Pesos und die Safari bei etwa 890 Pesos. Dazu kommen rund 125 Pesos Gebühr für das Biosphärenreservat.
Nein. Das Gelände gehört nämlich zu einem Salzwerk und liegt im Schutzgebiet. Der hohe Salzgehalt, scharfe Kristalle am Boden und die Wassertemperatur machen ein Bad zusätzlich riskant.
Zwischen Mai und Juli. Dann erreicht die Kolonie bis zu 26.000 Tiere, während es im Januar nur rund 4.500 sind. Im Mai 2025 wurden dort 14.757 Nester gezählt.
Verantwortlich sind salzliebende Mikroorganismen, die rötliche Farbstoffe bilden. Hoher Salzgehalt und starke Sonne verstärken den Effekt. Die Flamingos haben damit nichts zu tun.
Las Coloradas besuchen lohnt sich vor allem für alle, die Natur und ungewöhnliche Landschaften mögen. Ein Badetag wird es dagegen nicht, dafür ein Tag mit Booten, Vögeln und einer Farbe, die man sonst nirgends sieht. Deutlich mehr Kultur bekommst du bei den Maya-Ruinen auf Yucatan. Warum die Halbinsel überhaupt so flach und wasserdurchzogen ist, erklärt der Artikel zur Entstehung der Halbinsel Yucatan. Zum Abkühlen passen danach die Cenoten in Mexiko. Wann das Wetter am angenehmsten ist, liest du im Beitrag zur besten Reisezeit für die Riviera Maya.
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